ALLGEMEINE INFOs ZUR WÜSTE:
Charakterisierung
![]()
Das charakteristischste Merkmal der Wüste ist die Trockenheit.
Wüste nennt man ein Gebiet, auf das während eines Jahres
weniger als 25 cm Regen fällt. Die Wüstengebiete befinden sich
in der subtropischen Zone, weil die vom Äquator aufsteigende
Luft hoch nach oben nördlich und südlich abfließt und somit
sich parallel zum Äquator, etwa zwischen 25° und 33°
nördlicher und südlicher Breite, Zonen hohen Luftdruckts
bilden. In diesen Zonen kann es kaum regnen, da die in der Höhe
stark abgekühlte Luft sich beim Niederfallen erwärmt.
Da es am Himmel über der Wüste kaum Wolken gibt, empfangen die
Oberfläche der Wüste und die tieferen Luftschichten praktisch
die gesamte eingestrahlte Wärme. Die Lufttemperatur beträgt
daher ca. 50 °C, der Boden wird oft noch 15 bis 25° heißer.
Nachts ist es umgekehrt: Da die isolierende Wolkendecke fehlt,
kann die angesammelte Hitze rasch nach oben entweichen. Auch die
Höhenlage ist entscheidend: Je höher eine Wüste über dem
Meeresspiegel liegt und je weiter sie vom Äquator entfernt
liegt, desto kälter wird die Wüste sein. Die hochgelegene
Wüste Gobi (Mongolei) ist die kälteste, die auf niederer Breite
sich erstreckende Sahara nahe dem Äquator ist die heißeste
Wüste.
Lage
![]()
Elf Wüstengebiete bedecken etwa ein Fünftel des Festlandes
unserer Erde. Die Sahara ist bei weitem die größte Wüste. MIt
acht Millionen qkm Fläche ist sie größer als ganz Europa. Sie
ist überwiegend felsig. Nur zehn Prozent ihrer Fläche werden
von eintönigen Sandwüsten eingenommen. Überhaupt findet man
die typischen Wüstenbilder, wir wir sie aus Filmen kennen,
vorwiegend in der Arabischen Wüste. Weitere Wüstengebiete
liegen in Australien, in Turkestan, dann die Wüste Gobi in
Asian, die Iranische und die Indische Wüste, ein großes
Wüstengebiet in Nordamerika (Texas/Neu-Mexiko, Arizona,
Kalifornien), die langgestreckten Küstenwüsten in Südamerika.
Wasser in der Wüste
![]()
Durch zwei Wüstengebiete fließt ein mächtiger Strom: einer ist
der Nil, der in den tropischen Bergwäldern Afrikas um den
Viktoria-See entspringt und als längster Fluss der Welt mit 6677
km nach Norden ins Mittelmeer fließt, der andere ist der
Colorado. Jenseits dieser Flüsse ist es trocken. Aber selbst in
den Wüstengebieten gibt es noch Grundwasser - unterirdische
Flüsse, deren Wasser aus regenreichen Gebieten in Hunderten oder
Tausenden Kilometer Entfernung stammen. Ab und an dringt das
Wasser als Quelle an die Oberfläche. In der Sahara entstehen um
solche Quellen herum Inseln mit reichem Pflanzenwuchs, die man
Oasen nennt. Wenn ringsrum keine Vegetation entsteht, nennt man
solche Stellen Wasserlöcher. In den Oasen bauen die Araber ihre
Wüstenstädte, die wenigen Pfade in der Wüste führen von Oase
zu Oase. In manchen Wüsten regnet es nur alle acht bis zehn
Jahre. Ausgetrocknete Flussläufe nennt man Wadi. In ihnen sollte
man nicht zelten, da im Falle eines Regengusses diese schnell mit
reißendem Wasser gefüllt werden.
Fata Morgana
![]()
Eine Fata Morgana ist ein Trugbild, eine optische Täuschung. Es
handelt sich dabei nur um eine Luftspiegelung.
Zum Vergößern des Bildes bitte das Bild anklicken!
Lebensräume
in der Sahara (aus: Sahara-Ausstellung/Naturhistorisches
Museum in Braunschweig)
![]()
Wo Wachstum in der Sahara möglich ist...
OASEN
In Oasen gelangt das Quellwasser an die Oberfläche. Dadurch
können Dattelpalmen, Gerste, Ackerbohnen, Oliven,
Zitrusfrüchte, Wein, Aprikosen, Mandeln, Feigen und Baumwolle
angebaut werden. Sie werden so arrangiert, dass sie sich
gegenseitig Schatten spenden. Doch die Versalzungsgefahr ist
groß in den Oasen. Das Salz sackt in der Wüste nicht ab wie in
unseren Breitengraden, sondern strebt an die Oberfläche. Das
Wasser ist also stark salzhaltig. In den Oasen kommt das Wasser
an die Oberfläche, verdunstet durch die Hitze, sodass nur das
Salz übrig bleibt. Man muss vorsichtig mit dem Wasser umgehen
und Maßnahmeng gegen die Versalzung treffen.
SENKEN
Wadis enden meist in abflusslosen Senken oder Ebenen. Wenn das
Regenwsser dort versickert, wird es im Boden gespeichert, sodass
Pflanzen wachsen könen.
SAND
Fester Wüstensand ist ein ziemlich guter Wasserspeicher.
Pflanzen mit tief reichenden Wurzeln gelangen an das eingelagerte
Wasser. Die Wurzeln können wachsen und sich fest verankern.
WADIS
Wadis sind Trockentäler, in denen sich nach Regenfällen das
Wasser aus den Gebirgen sammelt und in die Ebenen abfließt. Auch
hier wird Feuchtigkeit gespeichert, Pflanzen können wachsen und
auch Seen können hier gebildet werden.
FELSEN
In den Gebirgsregionen regnet es mehr als in den weiten Ebenen.
Schattige Felsspalten, die mit über 1 Meter Sand aufgefüllt
sind, bewahren lange die Bodenfeuchtigkeit. Hier wächst dann so
einiges.
Beduinen
![]()
In den meisten Wüsten der Welt lebt nur ein einziger
Eingeborenerstamm. In der Sahara und in der Arabischen Wüste
gibt es jedoch eine Menge verschiedener, in sich geschlossener
Stammeskulturen. Zum Beipsiel leben im önrdlichen Teil Nigerias,
im Süden der Sahara, die Fulbe und die Haussa, inmitten der
Sahara die Tubbu oder Tida und auch die Chamba, die sich im
Gegensatz zu anderen Nomaden schnell an das moderne Leben
angepasst haben. Der bekannteste und merkwürdigste Stamm ist
jener der Tuareg, die tief im Herzen der Sahara wohnen und von
denen vermutet wird, dass sie Nachfahren verirrter christlicher
Kreuzfahrer sind. Man kann sie an ihrer Kleidung erkennen, da die
Männer grundsätzlich ihr Gesicht mit Indigo-blauen Tüchern
verschleiern, selbst beim Essen. Sie galten früher als
"Piraten der Wüste", hielten Sklaven, die sie die
schwere Arbeit machen ließen. Die Reittiere der Tuareg sind
schlanke und schnelle Rennkamele, mit denen sie unglaublich weite
Strecken mit ziemlich hoher Geschwinden überwinden können.
Beduinen leben im Allgemeinen sehr einfach und sind an das Leben
in der Wüste angepasst. Das Zelt der Nomaden ist sehr einfach
gebaut: Es besteht aus einem quadratrischen Tuch, das aus
Kamelhaar gewoben ist. Es wird über Stützplähle geworfen und
am Boden festgepflockt. Nach der dem Wind abgekehrten Seite ist
es offen. Der Sandboden wird mit wollenen Decken belegt. Da die
Beduienen selten mehr als eine Woche an einem Ort bleiben, ist
das Zelt also sehr zweckmäßig gestaltet. Die Kleidung ist
ebenso einfach, sie soll den Träger vor der außerordentlichen
Hitze des Tages und Kälte der Nacht schützen. Das über der
Kleidung getragene halbkreisförmige Mantelgewand (Burnus) ist
mit einer Kapuze zum Schutz vor Sonne und Sandstaub versehen und
dient in der Nacht als Decke. Außer den Ziegenherden sind die
wichtigsten Tiere das Kamel und das Pferd. Die Kamle tragen die
Zelte und Frauen und Kinder von Ort zu Ort. Die Männer, vor
allem die Anführer der Stämme, reiten schnelle arabische
Pferde, um einen neuen Lagerplatz zu eruieren.
Das Kamel ist wie die anderen Tiere der Wüste, z. B. die
Wüstenschildkröten, die niemals Wasser trinken, sondern alles
über Plfanzen aufnehmen, dem Leben in der Wüste hervorragend
angepasst. Das "Schiff der Wüste" ist das einzig
gezähmte Tier (außer dem ihm verwandten Lama in den Anden) der
Wüste. Es kann etwa 100 Liter Wasser auf einmal trinken, dann
aber ein oder zwei Wochen lang seine Lasten durch die Wüste
tragen, bevor es wieder trinken muss. Wenn Pflanzen als Futter
erreichbar sind, können Kamele monatlich ohne Wasser auskommen.